Drei Ziele von MainChange
Material und Personen im Fluss
Mit dem Bau des neuen Werks in Offenbach verfolgt SAMSON drei Ziele. Das erste Ziel: Material- und Personenflüsse sollen nach Möglichkeit getrennt werden. Am bisherigen Standort in Frankfurt, wo öffentliche Straßen das Gelände zerschneiden und Wege sich kreuzen, zeigte sich, wie leicht solche Abläufe an Grenzen stoßen.
Der neue Standort wurde von Anfang an so geplant, dass separate Wege hineinführen und im Werk ein flussorientiertes, prozesslogisches System entsteht. Das Material erreicht das Gelände über die Lkw-Einfahrt, gelangt in den Logistikhof und weiter in die Logistik. Herzstück ist ein 45 Meter hohes, SAP-geführtes Hochregallager, das komplexe Lagerprozesse steuert, Materialflüsse automatisiert und in Echtzeit transparent macht.
Die Mitarbeitenden kommen mit dem Auto oder Fahrrad über die jeweilige Einfahrt. Die meisten erreichen zunächst die Mobilitätszentrale, bevor sie sich über das Werk verteilen. Brücken verbinden die Gebäude, kurze Wege die Produktions- und Planungsbereiche miteinander. Fußgänger betreten das Werk über den Haupteingang am Samson-Platz 1, wo sich der Campus öffnet und architektonisch der Stadt zuwendet.
Das Rückgrat des neuen Werks ist die Logistikstraße – die Logistics Spine des Standorts. Als zentrale Versorgungsachse verbindet sie Wareneingang, Lager, Fertigung, Montage, Oberflächentechnik, Service und Versand. Sie fügt sich in ein System, das den gesamten Standort im Fluss hält – mit klaren Wegen, abgestimmten Abläufen und Raum für Begegnungen.
Raum für Menschen
Das zweite Ziel: In Offenbach soll nicht nur ein neues Werk entstehen, sondern eine neue Arbeitswelt. Sie verändert, wie bei SAMSON gedacht, gearbeitet und miteinander umgegangen wird. Was früher getrennt war, wächst zusammen: Werkhallen, Büros und Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben und Perspektiven. Das bedeutet gleiche Eingänge für alle Mitarbeitenden, gleiche Baumaterialien für alle Gebäude und gleiche Ausstattung für alle Büros. Produktionsnahe Tätigkeiten wie die Entwicklung finden in unmittelbarer Nähe der Fertigung statt, sichtbar füreinander durch die vielen Glasflächen.
Kurze Wege verbinden Bereiche und Menschen, fördern Austausch und Verständnis. Die Architektur schafft dafür den Rahmen: hell, offen und robust. Überall laden Orte zum Verweilen und Begegnen ein – die Kantine mit ihrer Terrasse, die sich tagsüber als Besprechungsraum nutzen lässt, die breite Sitztreppe im Forum, auf der Gespräche beginnen, und die offenen Lounges, in denen Zusammenarbeit spontan wird. So wächst ein Umfeld, das Offenheit ermöglicht und Hierarchien räumlich überwindet – ganz im Sinne des Auftrags an das Architekturbüro DIA179: Bei SAMSON steht der Mensch im Mittelpunkt.
Auf dem Weg zur Energie-Autarkie
Der Schutz der Biodiversität ist uns wichtig. Auf unserem Baugrundstück in Offenbach haben Zoologen und Biologen zwei Brutpaare eines seltenen Zugvogels entdeckt, die Flussregenpfeifer.
Der Flussregenpfeifer ist einer von 27 Brutvogelarten in Hessen, die aktuell auf der „Roten Liste“ stehen. Der Bestand ist in den vergangenen 25 Jahren um mehr als 20 % zurückgegangen. Für Naturschützer ist der Flussregenpfeifer ein „Kulturfolger“: Weil seine natürlichen Habitate zunehmend von Menschen zerstört werden, ist er auf menschengemachte Strukturen angewiesen. In der Rhein-Main-Region sind es vor allem Kiesabbauflächen. Deshalb hat sich der Flussregenpfeifer auch auf dem neuen SAMSON-Gelände heimisch gefühlt.
Für die Dauer der Bauarbeiten hat SAMSON für den Flussregenpfeifer nun ein Ersatzhabitat eingerichtet. Dafür stellte die Stadt Offenbach eine leere Fläche am Kaiserlei zur Verfügung, die 12.000 Quadratmeter groß ist. Sie wurde von uns pünktlich zum Frühlingsanfang aufbereitet und eingezäunt.
Die Maßnahme ist vorübergehend. In Zukunft sollen die Grün- oder Retentionsdächer auf verschiedenen SAMSON-Gebäuden in Offenbach den Vögeln als Bruthabitat dienen. Das wird spätestens 2026 der Fall sein.



